Als Wohnort beliebt – trotz etlicher Schwächen

FDP legt die Ergebnisse ihrer Befragung vor

Seeheim-Jugenheim ist als Wohnort überaus beliebt: Fast alle Einwohnerinnen und Einwohner leben sehr gerne in dieser Gemeinde. Dies geht aus einer nicht repräsentativen online-Umfrage des FDP-Ortsverbands hervor, an der sich 110 Menschen beteiligt haben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Bürgerinnen und Bürger keine Wünsche und Forderung an die Gemeinde hätten.

Verbesserungschancen werden – wie die FDP mitteilt – insbesondere bei der Kinderbetreuung, der Digitalisierung und der Wirtschaftsförderung gesehen. Für die Kinderbetreuung wünschen sich 84 Prozent der Befragten mehr Geld im nächsten Haushalt. 61 Prozent fordern mehr Kindergartenplätze, 56 Prozent mehr Krippenplätze für unter Dreijährige.

Mit der Geschwindigkeit des Internets sind knapp 55 Prozent zufrieden; dennoch wünschen sich 75 Prozent der Befragten ein stärkeres Engagement der Gemeinde für dessen Ausbau. Nachholbedarf hat die Gemeinde bei der Wirtschaftsförderung: 58 Prozent der Teilnehmer meinen, die Kommune müsse die Wirtschaftskraft stärken und sich um Firmenansiedlungen bemühen.

Mit der Infrastruktur Seeheim-Jugenheim, also der Zustand von gemeindeeigenen Straßen und Gebäuden, ist die meisten Teilnehmer nicht zufrieden. 67 Prozent meinen daher, die Gemeinde solle mehr Geld in die Instandhaltung der Straßen stecken, noch mehr, nämlich 79 Prozent, sprechen sich für mehr Investitionen für die bestehenden Hallen und Gebäude aus.

Zusätzliche Steuern und Abgaben sollen allerdings dafür nicht erhoben werden. Nur 35 Prozent wären bereit, in Gegenzug zu besserer Infrastruktur auch mehr an Gebühren, Grund- und Gewerbesteuer zu zahlen. 65 Prozent lehnen dies rundweg ab. Stattdessen soll die Gemeinde sparen und weitere Investitionen auf das Notwendigste begrenzen, meinen 39 Prozent.

34 Prozent machen eigene Sparvorschläge: Überraschenderweise fordern viele Teilnehmer, die Vereine für die Nutzung von Hallen, Sportplätzen und Freizeitanlagen in die Pflicht zu nehmen und Benutzungsgebühren zu erheben.  Diese persönlichen Kommentare spiegeln sich auch in der Antwort auf die Frage wider, ob die Gemeinde die Arbeit der Vereine mit der kostenlosen Bereitstellung von Räumen und Freizeitanlagen ausreichend würdigt. 75 Prozent meinen ja. Allerdings engagieren sich 55 Prozent der Teilnehmer nicht in Vereinen.

Geht es nach den Befragten, dann sollte die Kommunalpolitik folgenden Themen besondere Priorität einräumen: der Kinderbetreuung (63 %), der Instandhaltung der Gebäude (44%), der Wirtschaftsförderung (40%), dem Öffentlichen Nahverkehr (37%) und der Instandhaltung der Straßen (35%). Schuldenabbau ist den Bürgern mit 25 Prozent offenbar nicht besonders wichtig.

Immerhin 45 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen Vorschläge, worum sich  Gemeindevertretung und Verwaltung besonders kümmern sollten: Sie reichen von der Forderung, günstigen Baugrund für Familien zu schaffen, auch durch Druck auf Eigentümer ungenutzter Häuser und Grundstücke, bis hin zu verschärften Geschwindigkeitskontrollen und Schaffung gebührenpflichtiger Parkplätze als Einnahmequelle der Gemeinde.

„Für uns“ – so der FDP-Ortsverbandsvorsitzende Thomas Postina – „bietet diese Befragung wichtige Orientierung für künftige Weichenstellungen in der Kommunalpolitik.“