FDP vermisst Impulse für die örtliche Wirtschaft

Seeheim-Jugenheim – Die massiv steigende Verschuldung Seeheim-Jugenheims einerseits und die unterdurchschnittlichen Gewerbesteuereinnahmen andererseits, treiben die FDP Seeheim-Jugenheim um. „Um die ernste Finanzsituation der Gemeinde zu stabilisieren, sind Impulse für die örtliche Wirtschaft dringend nötigt“, betont der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Postina. Er fordert ein klares Bekenntnis der Gemeindevertretung für das Gewerbegebiet zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Breslauer Straße sowie eine Informationsveranstaltung zur Wirtschaftsförderung. Entsprechende Anträge hat die Fraktion der Gemeindevertretung nun vorgelegt.

Konkreter Anlass für die Initiative der FDP ist die Studie „Regionales Entwicklungskonzept Südhessen“ des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt. Sie weist den Bereich zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Breslauer Straße als Wohngebiet aus, was Beschlüssen der Gemeindevertretung diametral entgegensteht. Nach Auffassung der FDP kann die Gemeinde auf keines ihrer ohnedies kleinen Gewerbegebiete verzichten. Dies muss der Bürgermeister dem RP deutlich machen.

Zudem vermisst die Partei eine planmäßige Wirtschafts- und Ansiedlungsförderung. „Wirtschaftsförderung findet de facto in Seeheim-Jugenheim seit Jahren nicht mehr statt. Teile der wenigen vorhandenen Gewerbeflächen liegen brach. Die Gewerbesteuereinnahmen sind im Vergleich zu benachbarten Gemeinden unterdurchschnittlich. Die Finanzsituation der Gemeinde leidet darunter“, beschreibt Postina die aktuelle Situation. Dies muss dringend geändert werden. „Wir müssen den Wirtschaftsstandort Seeheim-Jugenheim stärken. Denn woher soll das Geld  kommen für die anstehenden Investitionen in der Gemeinde?“

Im erster Schritt sollen die Gemeindegremien mit Fachleuten der IHK Darmstadt diskutieren, welche Maßnahmen – Gründung einer eigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft oder Pacht und Vermarktung der brachliegenden Fläche durch die Gemeinde – dazu nötig und sinnvoll sind. „Wir brauchen Gewerbe. Andernfalls bleibt nichts anderes übrig, als wieder an der Grundsteuerschraube zu drehen. Das will die FDP nicht.“