Grundlage für Hallenbeschluss hat sich geändert

SPK

Sport— und Kulturhalle

In Sachen Sport- und Kulturhalle Seeheim ziehen FDP und Grüne an einem Strang. Beide Parteien fordern, neben dem knapp zehn Millionen Euro teuren Hallenneubau auch die etwa halb so teure grundhafte Sanierung der bestehenden Halle durchzurechnen. Die Freien Demokraten unterstützen einen entsprechenden Antrag der Grünen. Hintergrund ist der – aus FDP-Sicht – überoptimistische Finanzplan, den die Gemeindeverwaltung für die von CDU und SPD durchgesetzte Neubauvariante Mittellösung light vorgelegt hat.

Um diese Lösung zu finanzieren, muss die Gemeinde nicht nur drei Immobilien verkaufen, um überhaupt genügend Eigenkapital zur Kreditabsicherung zu erhalten. Sie schränkt darüber auf Jahre hinaus ihre Möglichkeiten ein, ihre teilweise marode Infrastruktur zu verbessern, befürchtet FDP-Bauausschuss-Mitglied Thomas Postina. Allein der Investitionsstau bei den Hallen in Balkhausen, Jugenheim, Malchen und Ober-Beerbach schätzt die Gemeindeverwaltung – wie sie erst jetzt mitteilte – auf knappe 1,5 Millionen Euro.

In diesem Zusammenhang wirft Postina der Verwaltung Trickserei vor: Es sei wohl kein Zufall, dass diese Zahlen erst vorgelegt wurden, nachdem die Entscheidung für die Mittellösung light gefallen war. Bereits vor einem Jahr hatte die FDP die entsprechende Anfrage gestellt. Erst Anfang September hatte der Bürgermeister mit dem Hinweis geantwortet: „Aufgrund der personellen Situation in der Bauverwaltung konnte die Beantwortung der Anfrage nicht zeitnah bearbeitet werden.“

Die FDP hält dieses Argument für vorgeschoben und fordert eine Neubewertung der Hallenpläne. „Die Entscheidungsgrundlage hat sich damit verändert“, betont Postina. Die Gefahr weiterer Bauverzögerungen sieht die FDP nicht. Die grundhafte Sanierung könne möglicherweise sogar schneller verwirklicht werden als der teurere Neubau.