Leider kein Spaß: 2,8 Millionen im Keller versenkt

Noch ist nicht einmal der Plan gezeichnet, schon ist ein Großteil des Finanzpolsters weg, das für den Bau der Sport- und Kulturhalle in Seeheim eingepreist worden war: Mindestens 1,1 Millionen Euro wird der Keller teurer,  der auf Wunsch der Parlamentsmehrheit unbedingt erhalten werden muss. Insgesamt 2,55 Millionen soll die Sanierung des Kellers kosten.

Da nun schon so viel Geld in die Hand genommen werden muss, kommt es offenbar auf ein paar Euro mehr auch nicht mehr an. Daher schlägt der Gemeindevorstand nun vor, den Keller neu zu bauen und gleich noch ein wenig zu erweitern. Geschätzte Kosten: 2,74 Millionen. Dann besteht nämlich die Möglichkeit „Flächen im Raumprogramm UG für Vereinslager und Schießstände zu verändern und zu optimieren“, heißt es in der Vorlage des Gemeindevorstands.

Aber Vorlagen des Gemeindevorstands gab es schon viele: Am 22. November 2016 hatte er auf eine Anfrage der SPD geantwortet, eine Untersuchung des  Kellers „bestätigt, dass eine Sanierung möglich ist.“ Von den Kosten war nicht die Rede.

Und die mehrfache Forderung der FDP, vor der Auftragsvergabe an den Generalplaner doch wenigstens ein Gutachten über den Keller anzufertigen und notfalls über Standort- und Ausstattungsalternativen nachzudenken, wurde – zuletzt im Dezember 2019 – von SPD und CDU abgebügelt mit dem Vorwurf: Verzögerungstaktik.

Dabei geht es ja nicht nur um 2,55 Millionen. Insgesamt 17,0 Millionen Euro soll das Projekt kosten – wenn’s langt. Es wäre das erste Bauprojekt der öffentlichen Hand, das im Kostenrahmen bliebe. Aber selbst 17 Millionen hat die Gemeinde Seeheim-Jugenheim nicht. Aber das stört die Mehrheitsfraktionen nicht. Angesichts der Corona-Krise – so wurde die FDP belehrt – darf nicht gespart werden.

Am 18. Juni stimmt die Gemeindevertretung über die Vorlage ab. Das Ergebnis ist relativ sicher: CDU und SPD werden den Vorschlag durchwinken – Kosten hin, Kosten her. Die Gemeindevertreter müssen es ja auch nicht selbst bezahlen. Schließlich kann man ja mit demokratischer Mehrheit auch die Grundsteuer und Abgaben erhöhen. Die Bürgerinnen und Bürger von Seeheim-Jugenheim haben das ja immer klaglos geschluckt. Oder?

PS: Die Vorlage zur „Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Untergeschoss“ Drucksache 75-28/X ist auf der Website der Gemeinde einsehbar.