Sport- und Kulturhalle: Schluss mit dem finanziellen Irrsinn

Das kommt nicht alle Tage vor: Grüne und FDP ziehen an einem Strang, um im letzten Moment die Überschuldung der Gemeinde Seeheim-Jugenheim doch noch zu verhindern. Wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung über den Haushalt 2020 fordern sie,  auf den Neubau der Sport- und Kulturhalle zu verzichten und den entsprechenden Beschluss der Gemeindevertretung aufzuheben. Stattdessen plädieren sie dafür, die Investition auf den Bau eines reinen Verwaltungsgebäudes mit Sitzungssaal und Bücherei auf dem bisherigen Hallengrundstück zu reduzieren.

„Die von der Parlamentsmehrheit beschlossene Maximallösung der Sporthalle mit Verwaltungsräumen für knapp 17 Millionen Euro lähmt auf Jahrzehnte hinaus die Handlungsfähigkeit der Gemeinde“, warnt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Walter Sydow. Angesichts des Investitionsstaus in der Gemeinde hält auch FDP-Fraktionschef Ralph Konrad die jetzt geplante Lösung für „unverantwortlich“. Für beide Parteien ist klar, dass an einen Sporthallenbau erst zu denken ist, „sobald dies die finanzielle Situation der Gemeinde zulässt.“

Dabei denken beide Parteien an eine funktionale, rein auf den Sportbetrieb ausgerichtete Halle, die – wie Beispiele aus Nachbargemeinden zeigen – für deutlich unter zwei Millionen Euro zu haben ist. Der Gemeindevorstand soll daher beauftragt werden, bereits jetzt ein geeignetes Gelände dafür im Raum Seeheim suchen. „Mit diesem Antrag haben wir es uns nicht leicht gemacht“, betonen die beiden Fraktionsvorsitzenden. Jede Kostenreduktion trage jedoch dazu bei, die Handlungsfähigkeit der Gemeinde in den kommenden Jahren zu verbessern und Erhöhungen der ohnedies hohen Grund- und Gewerbesteuern zu vermeiden. „Schließlich zahlen Bürgerinnen und Bürger am Ende die Zeche.“